Für mich ist es wichtig, keine therapeutische Rolle zu spielen, sondern dem Klienten so zu begegnen, wie ich im Augenblick bin: mich mit meinem Hintergrund, mit allem, was mir an Erfahrung, Wissen und Geschick zur Verfügung steht, in der gegebenen Situation in den Dienst des Dialoges, der Begegnung zu stellen.

Laura Perls

Gestalttherapie

Wie bin ich im Hier und Jetzt?

Gestalttherapie beginnt mit der Wahrnehmung meiner selbst und der aktuellen Lebenssituation im Hier und Jetzt  Ziel ist hierbei, ein Gewahrsein über das zu erlangen, wie ich etwas tue oder eben nicht tue, wie ich etwas erlebe oder eben nicht erlebe, wie ich etwas fühle oder nicht fühle, wie ich etwas bewerte oder nicht bewerte. Diese Bewusstheit für das Hier und Jetzt ist der erste Schritt für eine Veränderung und Heilung.

Vom Phänomenologischen zum Biographischen

Wichtig ist zunächst immer das, was offensichtlich auftaucht, was im Vordergrund des Kontaktes ist, sei es ein Gedanke, eine Körperempfindung, ein Gefühl, eine Leere. Wenn sich dann in der Arbeit zwischen Therapeutin und Klient*in alte Wunden, Wiederholungsthemen, Blockaden und Schmerzen zeigen, sind das die in der Gestalttherapie genannten 'unerledigten Geschäfte'. Diese können über einen längeren Prozess oder auch spontan in der Therapie bearbeitet, durchlebt, neu integriert werden. Die Psyche wird entlastet und gibt neuen Raum für andere Bedürfnisse und Entwicklungen frei.

Gestalttherapie – ein kreativer Prozess

Die Gestalttherapie ist ein hochkreativer Prozess, der sich aus dem Stil der Therapeutin und den Themen und Zugängen des Klienten entwickeln kann. Verschiedenste kreative Elemente können in die Arbeit einfließen: Rollenspiele, Malen, Aufstellungen, Tanz, Musik, Gesang, Schreiben, Körperübungen. Sprachlicher und nichtsprachlicher Ausdruck, Gedanken, Gefühle, atmosphärische Phänomene, Assoziationen, Träume und Intuitionen sind gleichermaßen bedeutsam.

Die dialogische Beziehung ist zentral

Die Beziehung zwischen Therapeut*in und Klient*in ist bei allem der zentrale Raum, das tragende Element und das Experimentierfeld für alte und neue Seinsweisen. Der Klient übernimmt die Verantwortung für sein Leben und den Gewinn aus der Therapie. Die Therapeutin ist verantwortlich für den Rahmen, ihre Präsenz, ihre Kompetenz und Sorgfalt, ihre schöpferische Neugierde und  Experimentierfreudigkeit.

Selbstunterstützung wächst

Im Dialog wird der Klient so lange unterstützt und auch herausgefordert bis er für sich selbst genügend Selbstunterstützung hat, um sein Leben aktiv und schöpferisch zu gestalten, um mit Konflikten sinnvoll umzugehen, Verluste zu überwinden, Entspannung und Lebensfreude in sich und mit anderen zu finden.

Entstehung

Gestalttherapie zählt zu den sogenannten humanistischen Therapieformen und wurde in den 1950er Jahren von den Psychoanalytikern Fritz und Laura Perls begründet. Fritz Perls selbst war Psychoanalytiker, bevor er durch seine Auseinandersetzung mit der Gestaltpsychologie, dem Existentialismus und fernöstlichen Philosophien die Gestalttherapie begründete.

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